Grußwort vom 1. Vorsitzenden

 

Liebe Freunde und Unterstützer der Initiative 27. Januar, 

Die entsetzlichen Ereignisse in Halle, denen eine ganze Reihe von teils tätlichen antisemitischen Angriffen und Anfeindungen von Rabbinern und Juden in Berlin, Potsdam, München, Düsseldorf und anderswo vorausging sind eine Zäsur für Deutschland. Hätte die Synagogentür nicht standgehalten, wäre es vermutlich zu einem Blutbad gekommen, das selbst das Terrorattentat von München in seiner Grausamkeit und dem Verlust von Menschenleben übertroffen hätte. Und das bei uns in Deutschland! Das darf nicht sein! 

Wir haben weiter unten im Text ein Kommentar zu Halle geschrieben, ich möchte Sie ermutigen, diesen zu studieren und zu überlegen, was Sie, was wir dagegen tun können.

 Es gibt viel zu tun, gerade auch für uns als Initiative 27. Januar, denn genau diese Anliegen treiben uns um und an! Mit den abgeschlossenen Sprechertouren unseres Direktors für Öffentlichkeitsarbeit hat sich für die Initiative 27. Januar ein neues Kapitel aufgetan. Die Rückmeldungen waren ausnahmslos positiv und wir merken, dass die vergangenen Jahre der Konsolidierung unseres Vereins und seiner Arbeit sich jetzt auszahlen und anfangen Früchte zu tragen. Wir wollen unsere Kapazitäten im politischen Monitoring, der Öffentlichkeitsarbeit und Politikberatung weiter ausbauen und gemeinsam mit Ihnen an die oben genannten Herausforderungen herangehen und helfen, sie zu meistern.

 Darf ich Sie fragen, ob Sie nicht an unserer 200×20 Kampagne teilnehmen möchten, um unsere Arbeit mit 20€ monatlich auf ein noch solideres finanzielles Fundament zu stellen, das uns erlaubt in Zeiten wie diesen unsere Personaldecke aufzustocken?

Es grüßt sie ganz herzlich aus Israel, 


Ihr Harald Eckert

 

Harald Eckert

1. Vorsitzender, Initiative 27. Januar e.V.

Die Initiative 27. Januar on Tour

Wir hatten im Juni-Newsletter bereits die Sprechertouren unseres Direktors für Öffentlichkeitsarbeit, Josias Terschüren, angekündigt. Im August und September war es endlich soweit! Zunächst ging die Reise in den Nordwesten. Vier Veranstaltungen, 1600 Kilometer und etwa 150 Zuhörer später dürfen wir nunmehr voller Dankbarkeit auf eine erfolgreiche Tour in Norddeutschland mit Stationen in Hesel (Ostfriesland), Hamburg und Plön zurückblicken. Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Partner von den Israelfreunden Ostfriesland und umzu, Ebenezer Deutschland und die christlichen Israelfreunde Holsteinische Schweiz, die diese Tour durch ihre Mithilfe, Unterstützung und Organisation überhaupt erst möglich gemacht haben!

 Politische Bildung

Ein besonderes Highlight war die Doppelstunde mit zwei zwölften Klassen in der Freien Christlichen Schule Ostfriesland – Josias Terschüren referierte über politische Partizipation und erzählte aus seinen Erfahrungen in Brüssel und Berlin – es ergab sich eine spannende Diskussion über den Lobbyismus, wo er geboten, nötig und legitim ist, aber auch welche Blüten er treibt und wo Missbrauch und Plakettenschwindel stattfindet. Gerade diese Bildungsarbeit an Schulen hat ein riesiges Potential, was wir auch durch die stetige Teilnahme von Schülern des Bertha von Suttner Gymnasiums an unseren Gedenkveranstaltungen in Berlin dankbar erfahren durften. Auf diesem Gebiet wünschen wir uns noch viel mehr offene Türen.

Es sind tatsächlich einzelne Eltern, Lehrer und Schulleiter, die hier Kontakte herstellen und damit den großen Unterschied machen können. Es ist so wichtig, gerade die junge Generation an diese Themen heranzuführen und Ihnen historische, kulturelle und politische Kompetenz zu vermitteln. Helfen auch Sie uns: Wir referieren gerne zu politischen Themen, den deutsch-israelischen Beziehungen, Holocaust und Antisemitismus, aber auch zum Nahen Osten und Israel an Schulen und Universitäten. Bitte nehmen Sie erst Kontakt mit uns auf, bevor Sie an in Frage kommende Bildungseinrichtungen mit einer Anfrage herantreten.

 Bayerntour

Einen Monat darauf fand Ende September dann die Tour in Süddeutschland statt, mit Veranstaltungen in Aichach, München und Deggendorf. Auch hier gab es begeisterte Reaktionen der Zuhörer, regen Austausch, lange und interessierte Frage-Antwort-Runden und viele neue Kontakte. Es ist unglaublich bereichernd, mit so vielen Menschen in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen und unsere Sichten, Erfahrungen und unseren Herzschlag unmittelbar mitteilen und weitergeben zu dürfen! Während wir von größerer Reichweite und wachsender Unterstützung profitieren, werden die Israelfreunde vor Ort auf die Art und Weise weiter geschult und vernetzt.

Wir planen auch für 2020 Sprechertouren zu den Themengebieten: Antisemitismus, Naher Osten, Israel & Jerusalem im internationalen Recht. Setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung, wenn Sie Josias Terschüren in ihre Stadt, ihren Ort, ihre Schule oder Gemeinde einladen möchten: berlin@initiative27januar.org oder telefonisch unter der Rufnummer 030 / 1207 4228.

 200x20 Kampagne

Für unsere christlichen Freunde und Unterstützer haben wir rechtzeitig zur Sprechertour die 200x20 Kampagne entworfen, die darauf abzielt, zweihundert Förderer zu gewinnen, die mit 20€ monatlich den finanziellen Grundstock für größere personelle Kapazitäten der Initiative 27. Januar in Berlin legen. Slogan und Programm der Kampagne ist: „Christen fördern politisches Engagement für Israel“

Im Bundestag gibt es die sagenhafte Zahl von 709 Abgeordneten, nicht zu sprechen von den vielen Mitarbeitern, und den Ministerien – hier effektiv und professionell Überzeugungsarbeit und Politikberatung zu leisten, erfordert ein hohes Maß an Zeit und Kapazitäten, über die unser kleines Team bislang noch nicht im erforderlichen Maße verfügt. Wollen Sie uns helfen, das zu ändern, damit wir noch effektiver und umfangreicher als bisher für die Stärkung der deutsch-israelischen Beziehungen und den Kampf gegen Antisemitismus einstehen können?

 Kommentar zu Halle

Das schreckliche Attentat auf die Synagoge in Halle, ausgerechnet am höchsten jüdischen Feiertag von Yom Kippur, hat uns einmal mehr die Tatsache vor Augen gestellt, dass sich Juden in Deutschland einem stetig wachsenden Hass ausgesetzt sehen, der für sie mittlerweile existenzbedrohlich geworden ist. In der ARD-Talkshow Hart aber Fair werden offen antisemitische Schlussstrichforderungen einer Zuschauerin zur besten Sendezeit nicht nur ausgestrahlt, sondern unkommentiert stehen gelassen. Die bittere Realität ist, dass, wie sich auch Michael Wolffsohn schon vor Halle ausdrückte, Antisemitismus einen Platz in Deutschland hat.

Während man das nicht leugnen kann, stellt sich jetzt die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, wie wir darauf reagieren sollen. Mit dem Oberrabbiner Moskaus und Vorsitzenden der europäischen Rabbinerkonferenz Pinchas Goldschmidt und auch mit Michael Wolffsohn werden bereits einflussreiche jüdische Stimmen hörbar, die von der Abwanderung der Juden aus Deutschland und Flucht nach Israel sprechen. Wir können in Frankreich sehen, was das bedeutet, dort ist bereits ein Fünftel der jüdischen Bevölkerung ausgewandert, hauptsächlich nach Israel. Diese Entwicklungen erfüllen uns mit großer Sorge um unser Land. Wenn Juden in Deutschland nicht mehr sicher sind, haben wir versagt. Wir müssen dafür kämpfen, unsere Nation von diesem Übel des Antisemitismus zu befreien! Die Notwendigkeit sich für unsere jüdischen Mitmenschen und Mitbürger einzusetzen, ist heute so klar wie nie.

Doch den vielen wohlfeilen Worten müssen jetzt konkrete Taten folgen: Der Staat hat für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen in Deutschland zu sorgen und zu bezahlen. Dem Antisemitismus muss gewehrt werden, und der Staat und die Bürger müssen robust zupacken, wo er in unserem Land sichtbar wird – auf politische Lager darf dabei keine Rücksicht genommen werden – das gilt ganz gleich ob der Antisemitismus links, rechts oder islamistisch motiviert ist – er gehört bekämpft: Der Al-Quds-Marsch gehört verboten, die Hisbollah und PFLP auf die Terrorliste gesetzt, zu lange haben deren Anhänger in Deutschland ein Refugium für ihre antisemitischen Ideologien und zum Spendensammeln gefunden. Auch die deutsche Außenpolitik gegenüber Israel und dem Iran hat ihre Lektion zu lernen, denn heutige Antisemiten verstecken ihren Hass gegen Juden oftmals hinter der Maske der Israelkritik. Wir können unmöglich gute Beziehungen zu einem Regime pflegen, das den genozidalen Antisemitismus der 30er hegt und davon phantasiert, Israel auszulöschen.

Halle ist ein Weckruf, ein letztes Warnsignal. Wenn die Politik jetzt nicht richtig handelt, steht zu befürchten, dass die Juden Deutschland verlassen werden.

https://www.facebook.com/initiative27januar/posts/2408117539257180

Der rechtsterroristische Anschlag auf die Synagoge in Halle hat auf brutale Art und Weise gezeigt, dass es in Deutschland in 2019 wieder tödlichen Antisemitismus gibt. Juden sind bei uns nur hinter Panzerglas oder in völliger Anonymität sicher. Ein Messer-Attentat auf eine Synagoge in Berlin konnte kürzlich noch vereitelt werden, doch es scheint, es muss erst Tote geben, bevor die Politik handelt. Hoffentlich handelt.

Politiker verurteilten den Anschlag in Halle, kamen wieder einmal zu Mahnwachen und bliesen zum Kampf gegen rechts. Das ist gut so, aber zu wenig. Auch links und im islamistischen Spektrum gibt es Antisemitismus. Zudem sind Worte billig, jetzt zählen nur noch Taten, sonst droht auch uns der Verlust der jüdischen Gemeinschaft, wie in Frankreich. Staatlich bezahlte Sicherheit für jüdische Einrichtungen, die Designation der Hisbollah als Terrororganisation, die Sanktionierung des iranischen Regimes, das Israel auslöschen will und unverfälschte Polizeistatistiken in der Antisemitismuserfassung sind mit politischem Willen direkt machbar.